Urheberrecht

Was denkt der Verlag über Mißbrauch?
Urheberrecht, was macht Hanser bei Mißbrauch?
Starker Schutz vs. Nutzerkomfort – wo steht Hanser?
Schaden E-Books den gedruckten Büchern?

Vor etwa 7 Jahren hat man begonnen, die Computerbücher aus dem Hanser-Verlag mit „E-Book inside“ auszustatten. Was ist das? Auf einer der ersten Seiten im Buch wird ein Code eingedruckt, der für jedes einzelne Exemplar des Buchs anders ist. Geht der Leser auf die im Buch genannte Website, gibt er dort ISBN, Code aus dem Buch ein. Nach der Registrierung erhält er dann eine Mail, die alle Angaben enthält, damit er die PDF-Datei seines Buchs herunterladen kann. Auch diese Datei ist nur durch ein Wasserzeichen geschützt, diesmal eines, das von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt wurde. Das Ziel von E-Book-inside ist klar: dem Leser die Entscheidung für Print oder Digital abzunehmen, indem ihm beides gegeben wird. Das deckt sich mit oft bestätigten Marktforschungsergebnissen, dass viele Leser Inhalte situativ anders nutzen – zu Hause oder im Büro gerne als gedrucktes Buch, unterwegs oder beim Erstellen einer Präsentation, einer Studienarbeit gerne als digitale Version. Großer Nutzen also für die Leser, aber was hat der Verlag davon? Der Verlag erhält auf diese Weise eine E-Mail-Adresse, die wir über die Koppelung mit dem Buch thematisch gut einordnen können. Stimmt der Nutzer zu, kann man ihn zukünftig über für ihn interessante Neuerscheinungen informieren. Beides wird nach unseren Erkenntnissen aktzeptiert und geschätzt. Regelmäßig 50-70% der Buchkäufer laden auch das E-Book hinunter, und nur wenige möchten nicht über Neuerscheinungen informiert werden.

Natürlich hat dem Verlag die Frage beschäftigt, ob es zu Mißbrauch kommt – denn ein Wasserzeichen hindert ja nicht daran, die PDF-Datei zu verbreiten, und für den technisch Versierten ist es auch kein Problem, ein Wasserzeichen zu entfernen. Es wurden Spezialisten mehrfach gebeten, im Internet zu recherchieren, ob sie Hanser Bücher dort als illegale Raubkopien finden. Eindeutiges Ergebnis: ja, sie finden sie. Ebenso eindeutig aber war, dass die Zahl der gefundenen Raubkopien nicht auf einen massenhaften Mißbrauch hindeutet. Die Raubkopien waren auch überwiegend Scans von Büchern, PDFs aus E-Book inside oder aus der Hanser eLibrary wurden nicht gefunden.

Bücher sind nicht mit Musik vergleichbar. Die Nachfrage für digitale Ausgaben von Büchern ist längst nicht so groß. Plattformbetreiber, auch solche, die in der Illegalität arbeiten, folgen aber auch den Gesetzen der Marktwirtschaft. Wenn sie bei Büchern keine starke Nachfrage feststellen, konzentrieren sie sich lieber auf Musik und Videos.

Fazit: ja, es gibt den Mißbrauch auch bei Büchern. Ja, wer ein Buch unbedingt zum illegalen Download finden will, findet es auch. Es ist aber auch so, dass die beste Strategie ist, die illegalen Downloads weiter unattraktiv zu machen. Studierende mit kleinem Budget können unsere Bücher kostenlos in der Hanser eLibrary lesen – vorausgesetzt, die Hochschule hat das E-Book gekauft. Und für Leser in Unternehmen und anderen Organisationen sind illegale Dokumente ohnehin tabu – aber auch hier muss man Angebote machen, die den Nutzerwünschen entsprechen.

Leider hilft das Urheber- und Verlagsrecht hier wenig. Der Verlag macht deshalb zweierlei: wenn Hanser von Mißbrauch erfährt, wird der Webseiten-Verantwortliche angeschrieben und aufgefordert, den Inhalt sofort von der Website zu entfernen. Meist geschieht das dann auch. Weitere Schritte sind praktisch nie möglich, weil die Betreiber in der Regel in Ländern wie Russland, Vietnam oder Israel beheimatet sind. Die zweite Aktivität ist daher die Mitarbeit beim Börsenverein, um mit anderen Verlagen gemeinsam das Urheber- und Verlagsrecht zu stärken. Um es klar zu sagen, es geht nicht darum, denn Studenten zu schädigen, der ein das PDF eines Buchs seinen Kommilitonen für ein gemeinsames Projekt zur Verfügung stellt. Internet-Plattformen, die viel Geld damit verdienen, über illegale Download-Möglichkeiten Traffic auf ihrer Website zu erzeugen und dann über Werbung auf diesen Seiten Geld zu verdienen – denen sollte man aber schon einen Riegel vorschieben können.

Was auch mit Interesse festzustellen ist: das Angebot der Hanser eLibrary hat den Verkäufen der gedruckten Bücher insgesamt nicht geschadet. Im Einzelfall kann das auch mal anders aussehen, der Verlag merkt aber auch, dass Bücher über die eLibrary bessere Sichtbarkeit bekommen und dann manchmal auch stärker als gedrucktes Buch nachgefragt werden.
Ob das auch so bleiben wird, wenn die Fachbücher als E-Books in den Angeboten von Amazon und Co. gekauft werden, kann man nicht sagen. Etwas Kannibalisierung wird es wohl geben.

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